Die vergangene Woche angekündigten Ausfuhrauflagen für rohstoffhaltige Abfallströme werden konkreter.
Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump das Handelsministerium ermächtigt, Exportbeschränkungen für rohstoffhaltige Abfallströme auszuarbeiten, um die Versorgung der Militärindustrie zu verbessern. Nun hat das zum Ministerium gehörende Bureau of Industry and Security (BIS) die ersten konkreten Vorgaben (PDF) vorgelegt. Sie umfassen sogenannte Schwarzmasse aus zerkleinerten Lithium-Ionen-Batterien sowie Wolframabfälle und -schrott. Ab dem 27. August müssen US-Verkäufer ihre gesamten monatlichen Verkäufe dieser Materialien für Abnehmer im eigenen Land vorbehalten.
Ausnahmen kann die Behörde im Einzelfall genehmigen, etwa wenn die Regel für ein Unternehmen eine außergewöhnliche Härte verursachen würde. Auch eine Verarbeitung im Ausland bleibt möglich, sofern das zurückgewonnene Material anschließend in die USA gelangt. Die Vorgaben gelten zunächst für ein Jahr.
Wie die Financial Times (Paywall) berichtet, haben die USA in diesem Jahr zunehmend Wolframschrott auf die Philippinen sowie nach Taiwan, Vietnam und Südkorea exportiert. Zugleich wird im Land seit 2015 kein Wolfram mehr kommerziell gefördert. Nach Angaben des US Geological Survey können mehrere heimische Unternehmen Wolframkonzentrate, Ammoniumparawolframat, Wolframoxid oder Schrott zu Wolframpulver, Wolframcarbidpulver oder Wolframchemikalien weiterverarbeiten. Angaben zum Umfang dieser Kapazitäten macht die Behörde allerdings nicht.
Auch die US-Batterierecyclingkette ist noch ausbaufähig. Ein im Juli veröffentlichter Bericht des US-Rechnungshofs GAO kommt zu dem Ergebnis, dass heimische Verarbeitungskapazitäten fehlen, weshalb recyclingfähiges Material oft deponiert oder zur Verarbeitung exportiert werde.
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