Endgültige Genehmigung durch die US-Regierung rückt einen Schritt näher. Die Umgehung der Internationalen Meeresbodenbehörde wird jedoch auch kritisch gesehen.
Das kanadische Unternehmen The Metals Company (TMC) macht Fortschritte bei seinen Plänen, kritische Rohstoffe in der Tiefsee abzubauen. Der Antrag wurde von der zuständigen US-Behörde, der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), als vollständig regelkonform eingestuft. Dies sei ein Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Genehmigung, die für Anfang 2027 erwartet werde, so TMC am Freitag.
Die Förderung soll in den internationalen Gewässern der Clarion-Clipperton-Zone im Pazifischen Ozean erfolgen. Der Anfang des Jahres eingereichte Antrag der Tochterfirma TMC USA vergrößert das vorgesehene Gebiet gegenüber einer früheren Version deutlich, von rund 25.000 auf etwa 65.000 Quadratkilometer. Dort werden mindestens 619 Millionen Tonnen Manganknollen vermutet. Diese in der Regel faustgroßen Mineralansammlungen enthalten neben ihrem Namensgeber Mangan auch Nickel, Kupfer und Seltene Erden.
Der Antrag stütze sich auf mehr als ein Jahrzehnt Umweltstudien, schreibt TMC. Die erarbeiteten Daten gehören nach eigenen Angaben zu den umfassendsten, die bislang zu Manganknollen und ihren Ökosystemen zusammengestellt wurden.
Tiefseebergbau – ein international umstrittenes Thema
Tiefseebergbau gilt wegen der nicht ausreichend erforschten Auswirkungen auf die Umwelt als umstritten. Länder wie Frankreich oder Deutschland haben daher für ein Moratorium plädiert. Andere Staaten, darunter die USA, treiben diese Art der Rohstoffgewinnung dagegen voran.
Je nach Gebiet gelten dabei unterschiedliche Zuständigkeiten: In nationalen Gewässern entscheiden Staaten selbst über den Abbau von Mineralien am Meeresboden. Abseits davon ist die Internationale Meeresbodenbehörde (International Seabed Authority, ISA) zuständig. Obwohl die von TMC angestrebte Förderung genau in solchen internationalen Gewässern erfolgen soll, setzt das Unternehmen auf eine Genehmigung durch die US-Regierung im Rahmen der nationalen Gesetzgebung. Kritiker werten dies als möglichen Verstoß gegen das UN-Seerechtsübereinkommen.
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