Neueste Zolldaten aus Peking zeigen einen drastischen Einbruch der Ausfuhr im April. Der Export von Gallium ging auf nur drei Kilogramm zurück, Germanium fiel auf null.
China hat im April nur drei Kilogramm Gallium exportiert, sämtlich nach Malaysia. Gegenüber dem Vormonat mit 5.320 Kilogramm bedeutet das einen Rückgang der Ausfuhr um mehr als 99 Prozent. Selbiges gilt für den Vorjahreszeitraum, damals waren noch 4.777 Kilogramm exportiert worden.

Auch die Germanium-Exporte bewegten sich auf einem äußerst niedrigen Niveau. Deutschland und Japan erhielten im April jeweils weniger als ein Kilogramm. Alle weiteren Länder gingen leer aus. Besonders bemerkenswert ist dies vor dem Hintergrund, dass bereits der April 2025 ein historisch schwacher Monat für Germanium gewesen war: Damals waren die Exporte im Monatsvergleich um 93 Prozent auf 98 Kilogramm gefallen. Selbst verglichen mit diesem Einbruch stellen die Ausfuhren im April 2026 einen neuen Tiefstwert dar.

Damit endet zugleich die zeitweise Erholung, die sich in der jüngsten Vergangenheit angedeutet hatte. Noch im März waren die Germanium-Exporte wieder auf 998 Kilogramm gestiegen, während die Gallium-Ausfuhren stabil bei 5.320 Kilogramm lagen.
Unklar ist, ob die Zahlen von April auf eine bewusste Verschärfung der chinesischen Exportpolitik zurückzuführen sind. Möglich wären ebenso Engpässe und Verzögerungen bei den Ausfuhrgenehmigungen. China hat seine Position als dominierender Produzent der beiden Metalle bereits mehrfach genutzt, um geopolitischen Druck auszuüben. So hat Peking Anfang des Jahres Japan von Gallium-Lieferungen abgeschnitten und im Dezember 2024 den Export in die USA untersagt. Diese Maßnahme wurde später wieder aufgehoben.
Sowohl Gallium als auch Germanium gelten als Schlüsselrohstoffe für Halbleiter, Glasfasertechnik, Photovoltaik und Verteidigungssysteme. China kontrolliert den überwiegenden Teil der weltweiten Raffineriekapazitäten und hat beide Rohstoffe im Sommer 2023 unter strenge Exportauflagen gestellt.
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