Geplante Fabrik in Nordschweden soll Europas Versorgung mit Düngemitteln und High-Tech-Rohstoffen verbessern. Rohmaterial stammt aus bestehender Eisenerzmine.
Das staatliche schwedische Bergbauunternehmen LKAB hat die Umweltgenehmigung für seinen geplanten Industriepark für kritische Mineralien erhalten. Am Standort Luleå in Nordschweden sollen dort Seltene Erden und Phosphor gewonnen werden. Das Rohmaterial werden bislang ungenutzte Restprodukte aus LKABs Eisenerzmine sein, gelegen im etwa drei Autostunden entfernten Gällivare.
Nach Angaben des Unternehmens wird die Fabrik in Luleå die erste in Europa sein, in der diese Verfahren erprobt werden. Der Bau der Demonstrationsanlage begann im Januar 2025 (wir berichteten). Betriebsstart soll im Herbst des aktuellen Jahres sein.
Phosphor ist ein essenzieller Bestandsteil für Mineraldünger und somit für die Lebensmittelversorgung, während Seltene Erden für zahlreiche zivile und militärische Technologien benötigt werden. Europa ist bei seiner Versorgung mit den beiden Rohstoffen stark von Importen abhängig. Sowohl LKABs Industriepark als auch die Eisenerzmine wurden im Rahmen des Critical Raw Materials der EU als strategische Projekte eingestuft. Die von dem Unternehmen entwickelte Seltene-Erden-Lagerstätte Per Geijer im nordschwedischen Kiruna zählt ebenfalls dazu. Alle drei Vorhaben können somit von erleichtertem Zugang zu Fördermitteln sowie schnelleren Genehmigungsverfahren profitieren.
Doch auch wenn die EU den strategischen Rahmen setzt und Projekte politisch priorisiert, liegt die endgültige Genehmigung bei der schwedischen Regierung. Dies könnte insbesondere bei Per Geijer noch entscheidend sein; die Lagerstätte wird als vielversprechend vermarktet, ist jedoch auch wegen der Bedenken der indigenen Bevölkerung, der Sami, in die Schlagzeilen geraten, die ihre traditionelle Lebensweise bedroht sehen.
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