Gesamte Lieferkette im Fokus. Während Südkorea neue Bezugsquellen zur Versorgung seiner Hightechindustrie sucht, besitzt Brasilien vielversprechende Seltenerdreserven.
Brasilien und Südkorea wollen ihre Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen einschließlich Seltener Erden ausbauen. Darauf einigten sich Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und sein südkoreanischer Amtskollege Lee Jae Myung am Montag bei einem Gipfeltreffen in Brasília. Nach Angaben des südkoreanischen Präsidialamts soll die Kooperation die gesamte Lieferkette umfassen. Außerdem sollen gemeinsame Projekte von Unternehmen beider Länder unterstützt werden.
Die geplante Partnerschaft baut auf einer bestehenden Zusammenarbeit der zwei Staaten auf. So wurde etwa bereits im Februar ein Vierjahresplan beschlossen, der auch kritische Rohstoffe umfasst (wir berichteten). Neu sind nun vor allem der ausdrückliche Fokus auf die gesamte Wertschöpfungskette und der geplante feste Austausch zwischen den zuständigen Behörden.
Die Ausgangslagen ergänzen sich: Die rohstoffarme Hightech-Nation Südkorea sucht neue Bezugsquellen zur Versorgung seiner Industrie und will insbesondere die Abhängigkeit von China verringern. Brasilien wiederum besitzt große Seltenerdreserven, die vergleichsweise hohe Anteile besonders gefragter schwerer Seltener Erden wie Dysprosium und Terbium enthalten können. Mit Pela Ema ist bereits eine entsprechende Mine in Betrieb. Wie auch in anderen Ländern außerhalb Chinas befinden sich die Kapazitäten zur Trennung und Weiterverarbeitung der kritischen Rohstoffe jedoch größtenteils noch im Aufbau. Besonders dieser Part der Wertschöpfungskette bleibt daher ein Engpass.
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