Im Rahmen des Critical Raw Materials Acts der EU sollen die heimischen Vorkommen erkundet werden. Die Finanzierung liegt bei rund 42,9 Millionen Euro. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Kupfer, Platingruppenmetalle, Graphit, Helium und Fluorit.

Die polnische Regierung hat ein nationales Programm zur Erkundung heimischen Rohstoffvorkommen verabschiedet. Als Ziel gibt das federführende Ministerium für Klima und Umwelt an, die Abhängigkeit Polens und der Europäischen Union von Rohstoffimporten verringern zu wollen.

Damit erfüllt Polen eine Vorgabe des europäischen Critical Raw Materials Act (CRMA). Die EU-Verordnung verpflichtet die Mitgliedstaaten, nationale Explorationsprogramme aufzustellen und mindestens alle fünf Jahre zu überprüfen. Der CRMA sieht vor, dass bis 2030 zehn Prozent des EU-Bedarfs an bestimmten kritischen Rohstoffen durch heimischen Bergbau gedeckt werden.

Für die neuen Pläne der polnischen Regierung sind umgerechnet rund 42,9 Millionen Euro vorgesehen, die Finanzierung übernimmt der Nationale Fonds für Umweltschutz und Wasserwirtschaft. Die Umsetzung liegt beim Polnischen Geologischen Institut (PIG-PIB), Laufzeit ist von 2026 bis 2033. Geplant ist zunächst eine Bestandsaufnahme: geologische Kartierungen, geochemische und geophysikalische Untersuchungen sowie Bohrungen. Ob die Vorkommen künftig auch erschlossen werden, hängt unter anderem von Wirtschaftlichkeit, Umweltauflagen und Genehmigungsverfahren ab.

Kupfer und Platinmetalle haben Priorität

Das Programm unterteilt die Rohstoffe in drei Prioritätsgruppen. An erster Stelle stehen Kupfererze, Platingruppenmetalle, Graphit, Baryt, Fluorit, Helium und Feldspatrohstoffe. Mit mittlerer Priorität sollen unter anderem Vorkommen von Wolfram, Titan, Vanadium und Bismut untersucht werden. Seltene Erden, Lithium, Gallium, Germanium, Antimon, Hafnium, Bor und Scandium wurden dagegen der niedrigsten Prioritätsstufe zugeordnet. Nach Einschätzung der Regierung bestehen bei diesen Rohstoffen nur geringe Aussichten, in Polen Lagerstätten nachzuweisen.

Bedeutende Kupfer- und Heliumvorkommen

Polen verfügt bereits über eine bedeutende Kupfer- und Silberproduktion. Das wichtigste Bergbaurevier liegt nach Angaben des Polnischen Geologischen Instituts in Niederschlesien. Auch Helium wird aus polnischen Erdgaslagerstätten gewonnen und aufbereitet. Bei Baryt und Fluorit ist Polen dagegen vollständig auf Importe angewiesen. Die Förderung in den heimischen Bergwerken wurde Ende der 1990er-Jahre eingestellt, aus Bergbaurückständen wurde jedoch noch bis 2008 Barytmehl hergestellt.

Bei Seltenen Erden ist in Puławy im Osten des Landes eine Anlage zur Verarbeitung geplant, Betreiber ist das kanadische Unternehmen Mkango Resources. Von der EU ist das Vorhaben als strategisches Projekt im Rahmen des CRMA anerkannt, das somit von schnelleren Genehmigungsverfahren und erleichtertem Zugang zu Finanzierungen profitieren kann.

Mehr zu den EU-Ländern und ihren Rohstoffvorkommen: Neben Polen haben unter anderem Spanien und Italien nationale Programme für kritische Rohstoffe gestartet. Dabei stehen mögliche neue Ressourcen ebenso im Fokus wie die Wiederbelebung stillgelegter Bergwerke oder die Nutzung der dort noch vorhandenen Rückstände wie Abraumhalden als neue Rohstoffquellen.

 

Photo: iStock/Belus. Das Beitragsbild zeigt die historische Ignacy-Kohlemine in Oberschlesien, Rybnik, Polen.