Im CRMA formulierte Ziele zur Reduzierung der Abhängigkeit kaum einzuhalten. 

Anfang des Jahres warnte der Europäische Rechnungshof, dass die EU bei ihren Rohstoffzielen, wie sie im Critical Raw Materials Act formuliert sind, zu scheitern droht. Die Bemühungen um eine Diversifizierung der Importquellen hätten bisher „nicht zu greifbaren Ergebnissen geführt”, hieß es damals. Das ifo-Institut kommt nun zu einer ähnlichen Einschätzung. Nur bei vier der 27 untersuchten kritischen Rohstoffe erreiche die EU mehr als fünf Prozent der weltweiten Förderung, bei neun liege ihr Anteil bei null, so die Forscher. Ankündigungen würden nicht mehr reichen, es bedürfe konkreter Projekte und Finanzierungszusagen, so Isabella Gourevich vom ifo-Institut.  

In der Studie wird unter anderem darauf hingewiesen, dass die EU über beträchtliche Rohstoffvorkommen verfügen könnte, es aber keine Klarheit darüber gebe, ob diese wirtschaftlich nutzbar sind. 

Mit höheren Zöllen ließe sich die europäische Rohstoffindustrie laut Studie unterdessen nur begrenzt gegen besonders günstige Importe absichern. Bei fast allen untersuchten Produkten mit verfügbaren Daten habe die EU den nach den Regeln der Welthandelsorganisation zulässigen Spielraum bereits ausgeschöpft. Zudem fehlten bei vielen Rohstoffen verlässliche Marktpreise und Angaben zu den Produktionskosten. Deshalb halte das ifo-Institut direkte Hilfen wie Finanzierungszusagen, eine Beteiligung an Risiken und langfristige Abnahmeverträge für sinnvoller. 

Link zu Studie: https://www.ifo.de/publikationen/2026/monographie-autorenschaft/mapping-eu-landscape-critical-raw-materials 

 

Photo: Tom Fisk via Canva