Nach einem starken Rückgang im April sind die Ausfuhren im Mai wieder gestiegen. Zudem erhielt Japan die erste Lieferung chinesischen Galliums seit Einführung der verschärften Exportauflagen.

Nach einem drastischen Einbruch im April sind Chinas Exporte von Gallium und Germanium im Mai wieder deutlich gestiegen. Das zeigen neueste Zahlen der dortigen Zollverwaltung

Insgesamt 6.200 Kilogramm Gallium hat China im Mai ausgeführt. Damit haben sich die Ausfuhren nach dem Rückgang im April, als lediglich drei Kilogramm exportiert wurden, wieder erholt. Zugleich knüpft der Mai-Wert an das Niveau der ersten drei Monate des Jahres an, in denen die Liefermengen jeweils bei rund 5.000 bis 6.000 Kilogramm lagen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fällt die Entwicklung dennoch deutlich aus: Im Mai 2025 hatte China gar kein Gallium exportiert.

Gallium DE Mai 2026
Chinas Gallium-Exporte in den vergangenen Monaten.

Mit 6.000 Kilogramm ging der Löwenanteil der Ausfuhren nach Japan. Für das Land war es die erste Lieferung chinesischen Galliums in diesem Jahr. Aufgrund diplomatischer Spannungen hatte China im Januar verschärfte Exportkontrollen gegenüber Japans Militärsektor erlassen. Faktisch wirkten sich diese jedoch auch auf die Rohstoffversorgung anderer Industriezweige aus.

Die restlichen 200 Kilogramm Gallium gingen im Mai nach Malaysia, das im April der einzige Empfänger gewesen war.

Auch bei Germanium zeigte sich im Mai ein deutlicher Anstieg. Insgesamt exportierte China 1.134 Kilogramm des Technologiemetalls, nach lediglich zwei Kilogramm im April. Im Jahresvergleich legten die Ausfuhren ebenfalls deutlich zu: Gegenüber Mai 2025 entspricht dies einem Plus von 68 Prozent.

Germanium DE Mai 26
Chinas Export von Germanium in den vergangenen Monaten.

Der Großteil der Germanium-Exporte ging im Mai mit 1.042 Kilogramm nach Russland. Das Land zählte bereits in den Vormonaten zu den wichtigsten Abnehmern. Kleinere Mengen erhielten im Mai Deutschland, die Türkei, Australien und Italien.

Die Technologiemetalle Gallium und Germanium sind essentiell für zahlreiche zivile und militärische Anwendungsgebiete wie die Halbleiterproduktion. Hauptproduzent China hat ihre Ausfuhr im Sommer 2023 unter strenge Auflagen gestellt.  Die Handelsströme unterliegen seitdem starken Schwankungen und hängen teils von den aktuellen politischen Beziehungen zu den jeweiligen Empfängerländern ab.

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